Männerherz: Trauer und Wut
In der Literatur der Männerbewegung ist immer wieder zu lesen, dass zwei Grundaspekte der Beschäftigung mit dem Männlichen, mit den Begriffen Trauer und Wut zu benennen sind. Männer, die sich ihrer eigenen Aggressivität stellen, kommen nicht umhin mit ihrer eigenen Trauer und Wut umgehen zu lernen. Und dabei scheint sich beides aufeinender zu beziehen. Nicht bearbeitete Trauer mündet in Wut. Wut, die Männer gelernt haben zu verdrängen. Früher in eher patriachalen Zeiten, haben Männer ihre Wut in Aggressivität gegenüber weiteren Menschen ausgelebt. Dies ist zurecht als männliche Gewalt gekennzeichnet und problematisiert. Immer wieder begegnen mir Männer, welche mit einem Haufen verdrängter Trauer und Wut herumlaufen. Immer wieder begegne ich mir selbst mit diesem Verdrängtem…

Die Männerliteratur ist zwar nicht gerade mein Fachgebiet, aber wieso sollen Trauer und Wut unbedingt männlich sein? Ist doch für Frauen meist genauso bedeutend. Und vielleicht oft noch mehr verdrängt – das Bild, das Frauen mit sowas leben können und dabei auch noch souverän bleiben, ist doch aber irgendwie veraltet.